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Mitgliederversammlung am 18. Juni 2020

Die jährliche Hauptversammlung am 18. Juni 2020 war für uns als Solarverein ein wichtiger Moment der Neubesinnung angesichts des sich immer noch beschleunigenden Klimawandels. Vier Mitglieder, die lange Jahre im Vorstand Verantwortung getragen hatten, einige seit der Vereinsgründung 1999, stellten jetzt ihre Ämter zur Verfügung: Der bisherige Vorsitzende Steffen Breitschwerdt, seine beiden Stellvertreter Fritz Bareiß und Jürgen Koch, und Susanne Roppelt, als Schriftführerin zugleich und auch künftig zuständig für die Internetpflege. Werner Westhauser, zwanzig Jahre lang Schatzmeister und bis dahin Hauptmotor des Vereins, hat sein Amt bereits Mitte 2019 abgegeben.

Man erinnerte sich an den Bau von neun anspruchsvollen und technisch ganz verschiedenen Solaranlagen zwischen 2000 und 2012, an unzählige Einzelberatungen zu Technik, Finanz- und Steuerfragen, vor allem an eine ganze Reihe von Messeveranstaltungen im alten Kraftwerk und an anderen Orten. Die deckten neben der Photovoltaik die ganze Palette der regenerativen Energieerzeugung, des Energiesparens und des ökologisch sinnvollen Bauens ab und fanden großen Zuspruch bei Lieferanten und Handwerkern. Sie stellten zugleich für die zahlreichen Besucher oftmals eine erste Begegnung mit den erneuerbaren Energien dar oder sie boten künftigen oder bereits erfahrenen Nutzern eine Basis für Fachgespräche. Die Mitgliederversammlung verabschiedete die ausscheidenden Vorstandsmitglieder mit herzlichem Dank.

Beginnend mit einem Ideen-Workshop im April des vergangenen Jahres und fortgesetzt bei sieben programmatischen Sitzungen während des Winterhalbjahres haben wir uns zusammen mit externen Interessenten Gedanken gemacht, wie die Arbeit im Sinn der unverzichtbaren Energiewende weitergeführt werden kann. Mit rund 30 Personen, die zu den Treffen kamen, gab es eine bemerkenswert breite Basis für diese Diskussionen. In der Folge traten elf Teilnehmer dem Solarverein neu bei. Die Gründung einer Bürger-Energie-Genossenschaft oder eine Pilotanwendung für die Erzeugung solaren Wasserstoffs wurden als derzeit zu große Vorhaben eingestuft. Im Fokus der kommenden Jahre soll dagegen die massive Ermunterung und Beratung von Hausbesitzern zur Installation vieler neuer Solaranlagen stehen. Weiter könnte der Verein in Solarstromanlagen für Mehrfamilienhäuser aus dem sozialen oder preisgünstigen Wohnbau investieren und verschiedene Betriebsmodelle erproben. Eine Daueraufgabe der nächsten Jahre wird auch der Weiterbetrieb der Solaranlagen im Bildungszentrum sein, die nach zwanzig Jahren aus der Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fallen. Die Erfahrungen aus diesem Prozess werden in die Beratungstätigkeit einfließen, denn viele Anlagenbesitzer werden bald vor der selben Frage stehen. Die Gesetzeslage und die wirtschaftlichen Randbedingungen sind alles andere als einfach.

Für die Steuerung dieser Aufgaben steht eine neu gewählte Vereinsführung: Hans Martin Gündner als Vorsitzender, Daniel Hofsäß und Bernd Waser als Stellvertreter, weiterhin Bernd Petruzzelli und Lothar Sondermeyer. Zu Kassenprüfern wurden Steffen Breitschwerdt und Udo Seier berufen. Ein informeller Beirat wird dem Vorstand zuarbeiten und sich in konkreten Projekten engagieren. Dazu haben sich jetzt vier Personen bereit erklärt, der Kreis ist für weitere Mitstreiter jederzeit offen.

Gleichsam nebenbei hat die Versammlung eine moderate Satzungsmodernisierung vorgenommen. Kernpunkte darin sind der Wegfall einer bisher festgeschriebenen Aufnahmegebühr und die Beitrittsmöglichkeit bereits ab dem Alter von 16 Jahren, wobei SchülerInnen und Studierende gänzlich beitragsfrei sind. Gerade jüngere Menschen für diese wichtige Zukunftsarbeit sind uns hoch willkommen.

Als Gast des Abends skizzierte Anselm Laube, Leiter der Ludwigsburger Energieagentur (LEA), die Ziele und Möglichkeiten seiner Einrichtung. Schwerpunkte sind die Vernetzung der Kommunen und einschlägigen Organisationen im Kreis, intensive Beratung und Projektsteuerung, das Aufzeigen der zahlreichen Förderprogramme. Anselm Laube erinnerte eindrücklich daran, dass zur Einhaltung des Zwei-Grad-Erwärmungsziels sofortiges massives Handeln angezeigt ist. Es bleiben nur wenige Jahre für die Umstellung auf komplett erneuerbare Energien. Die Technologien dafür sind vorhanden und die Kosten schrecken nicht, wenn man weiß, dass heute allein im Kreis Ludwigsburg jährlich noch 800 Millionen Euro für fossile Energieträger ausgegeben werden. ​